Esslingen - Baubeginn Verlängerung der Bahnsteigunterführung
Nach der Verlegung der Neckarstraße und dem Bau des neuen Fußgängersteges steht nun der nächste Bauabschnitt auf dem Weg zur Realisierung der Südumfahrung des Bahnhofes an. Die Verlängerung der Bahnsteigunterführung um 15 m nach Norden ist Voraussetzung für den Bau der Südtangente (Gleis-1-Trasse). Bereits im Juli 2008 beauftragte der Gemeinderat nach der öffentlichen Ausschreibung die Firma Leonhard Weiss aus Göppingen mit dem Abbruch der ehemaligen Bahnhofsgaststätte sowie der Überdachungen rund um das Bahnhofsgebäude und der Verlängerung der Bahnsteigunterführung. Seit Ende Oktober 2008 liegt die Genehmigung vom Eisenbahnbundesamt (EBA) vor, welche den Startschuss für den Beginn der Arbeiten bedeutete.
Die Fa. Leonhard Weiss stellt im Laufe dieser Woche die Abschrankungen und die Baustelleneinrichtung am Bahnhof auf, die Abbrucharbeiten beginnen am 10. November 2008. Zunächst wird die ehemalige Bahnhofsgaststätte entkernt und die Materialien werden nach Schadstoffklassen sortiert. Insbesondere das durch den Brand belastete Material muss separiert werden. Der nächste Schritt beinhaltet den Komplettabbruch der Bahnhofsgaststätte bis zur Bodenplatte des Kellers und das Auffüllen des Untergeschosses bis zur Geländeoberkante. Die Durchgangsüberdachung und das Bahnsteigdach des Gleises 1 werden einschließlich Stahlkonstruktion und Gründung zurückgebaut. Im Anschluss an die Abbrucharbeiten erfolgen die Verbauarbeiten. Entlang des Bahnhofsgebäudes kommt eine verformungsarme Bohrpfahlwand zur Ausführung, die übrigen Seiten der Baugrube werden mit einer Spundwand gesichert. In der Trasse des Verbaus wird vorab eine Kampfmittelsondierung durchgeführt. Diese Arbeiten dauern voraussichtlich bis Weihnachten. Während dieser Zeit steht der Treppenaufgang sowie der Aufzug für die Nutzer der Bahnsteigunterführung uneingeschränkt zur Verfügung.
Im neuen Jahr wird östlich des zukünftigen Treppenaufgangs eine temporäre Ersatz-Treppenanlage mit Überdachung erstellt. Die Fußgänger werden durch eine versetzbare Staubwand geschützt. Voraussichtlich Anfang März 2009 wird der heutige Unterführungszugang gesperrt und die Fußgänger werden über die Ersatztreppe umgeleitet. Zunächst wird die Bohrpfahlwand entlang des Bahnhofsgebäudes hergestellt, um dann den alten Treppenaufgang abbrechen zu können. Der Rohbau für den neuen Treppenaufgang, einen Teil des Bahnsteigtunnels und der Radabstellanlage sowie für den neuen Aufzugsschacht erfolgt im Anschluss.
Nach Fertigstellung dieses Teilstückes können die Fußgänger im Sommer 2009 über den neu erstellten Treppenaufgang geleitet werden. Die temporäre Ersatztreppe kann zurückgebaut werden. Der Aufzug wird außer Betrieb genommen, ausgebaut und in den neu erstellten Aufzugsschacht eingebaut. Der alte Aufzugsschacht wird abgebrochen und das restliche Stück der Bodenplatte hergestellt. Während dieser Zeit steht für etwa zwei Monate kein behindertengerechter Zugang zu den Gleisen zur Verfügung. Eine behindertengerechte Ersatzstrecke mit dem Bus nach Mettingen und dort mit dem Aufzug zum S-Bahn-Gleis wird rechtzeitig vor Außerbetriebnahme des Aufzugs veröffentlicht. Schwer behinderte Menschen, die nicht auf den Bus nach Mettingen ausweichen können, können über die Mobilitätszentrale der Bahn ein Taxi in Anspruch nehmen.
Die Innenausstattung der Unterführungsverlängerung mit zwei Fahrkartenautomaten, Schließfächern, Fahrplanvitrinen, insgesamt 148 Fahrradständern (davon 14 Fahrradboxen), sowie der Beleuchtung und dem Bodenbelag aus Granitplatten erfolgt im Anschluss unter Betrieb. Die durchsichtigen Glasbausteine zwischen Fußgängerunterführung und Fahrradabstellanlage trennen die Funktion, jedoch nicht den Raum, und erlauben gute Durchsicht. Der durchgehende Bodenbelag unterstützt diesen Eindruck.
Die Arbeiten werden voraussichtlich im Herbst nächsten Jahres abgeschlossen sein. Die Projektgesamtkosten belaufen sich auf etwa 2,4 Mio. Euro. Der Bund fördert die Bauarbeiten als Teil des größten Esslinger ÖPNV-Vorhabens nach dem Entflechtungsgesetz (früher Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz GVFG) mit einer Summe von etwa 500.000 Euro.
Parallel zu dieser Baumaßnahme werden die Planungen für die weiteren Bauabschnitte der Südtangente und den Bau des ZOB vorangetrieben. Unter anderem wird auch die Frage der abschließenden Unterbringung einer öffentlichen WC-Anlage geklärt. Ab 10. November 2008 wird auf der Fläche zwischen Bahnhof und Das ES! eine provisorische Toilettenanlage aufgebaut, welche bis zur Gestaltung des Bahnhofsvorplatzes als Übergangslösung dient. Über den endgültigen Standort eines öffentlichen WC's werden derzeit Verhandlungen mit der Bahn AG geführt.
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